Kultur und Geschichte

Frühgeschichte und Antike

Die Region an Rhein und Mosel befindet sich an wichtigen Handelswegen und Heerstraßen, weshalb sie über 2000 Jahre lang im Mittelpunkt zahlreicher Konflikte stand. Funde aus der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit belegen, dass schon in vorgeschichtlicher Zeit Menschen hier im Land siedelten. Als die Römer die Macht am Rhein übernahmen, war das Gebiet von Kelten besiedelt. Große Teile des heutigen Rheinland-Pfalz gehörten dann über 400 Jahre lang zum Imperium Romanum. Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde Mogontiacum (Mainz) Truppenstandort und das zivile Verwaltungszentrum der römischen Provinz Germania Superior (Obergermanien). Der Rhein bildete die Grenze des Römischen Reichs und Galliens zu Germanien. Ende des 3. Jahrhunderts wurde Trier zur Residenz römischer Kaiser.

Mit dem Untergang des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert erlebte das Gebiet an Rhein und Mosel Krieg und Zerstörung. 460 übernahmen zunächst die Rheinfranken die Macht, bevor deren Königreich bald nach 500 im entstehenden fränkischen Großreich der Merowinger aufging. 

Mittelalter

Mit der Herausbildung von Landesherrschaften schwand die Macht der Könige zugunsten der Landesfürsten. Dabei bildeten sich auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz insbesondere die kirchlichen Kurfürstentümer Kurtrier und Kurmainz sowie das weltliche Kurfürstentum Kurpfalz. Im Wappen von Rheinland-Pfalz finden sich in Erinnerung an die bedeutende Geschichte der einzelnen Landesteile das Trierer Kreuz, das Mainzer Rad sowie der Pfälzer Löwe. Heute sind noch 46 Burgen, 5 Schlösser und 21 Altertümer in Rheinland-Pfalz als Überbleibsel jener Zeit verzeichnet.

Neuzeit

Um 1440 erfand der Mainzer Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Die neue Drucktechnik revolutionierte die Welt, indem sie die rasche Vervielfältigung von Büchern und damit die schnelle Verbreitung von Wissen in allen Bevölkerungsschichten ermöglichte.

Nach der französischen Revolution kam es im ersten Koalitionskrieg zur Besetzung der linksrheinischen Gebiete durch französische Truppen. Im Schutz der französischen Truppen kam es 1793 in Mainz zur Ausrufung der Mainzer Republik, dem ersten Staatswesen auf deutschem Boden, welches auf bürgerlich-demokratischen Grundsätzen beruhte.

Der freiheitliche Geist der französischen Revolution blieb aber in vielen Städten noch sehr lange erhalten. Auf dem Hambacher Schloss feierten am 27. Mai 1832 etwa 30.000 freiheitsliebende Bürger aus allen Teilen Deutschlands das Hambacher Fest. Inzwischen gilt diese Demonstration als Meilenstein auf dem Weg zur deutschen Einheit.

Das Rheinland wurde im Zuge der allierten Rheinlandbesetzung 1918 bis 1930 von zunächst amerikanischen dann französischen Truppen besetzt und entmilitarisiert. Die nationale Befreiungsfeier fand am 22. Juli 1930 in Koblenz statt.

Nach der Rheinlandbesetzung von 1936 wurden wieder deutsche Truppen im Rheinland stationiert. Der Nationalsozialismus und der folgende zweite Weltkrieg veränderte das Leben der Menschen und das Aussehen der Städte einschneidend. Die jüdischen Gemeinschaften wurden fast vollständig ausgelöscht. Die Luftangriffe der Alliierten zerstörten die meisten größeren Städte zu 80 % und mehr, da die Bomberflotten die im Westen des Reiches gelegenen Ziele leicht erreichen konnten. US-Truppen erreichten im März 1945 den Rhein.

Ab 1946

Am 30. August 1946 wurde das Land Rheinland-Pfalz gegründet. Zum einigenden Band wurde die Verfassung des Landes, die in einer Volksabstimmung am 18. Mai 1947 die Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung fand.

Das wirtschaftlich und finanziell schwache Land blühte auf, nicht zuletzt dank einer boomenden Tourismusindustrie in den 1950er Jahren. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung verblassten auch die Gegensätze zwischen Nord und Süd, zwischen Rheinländern und Pfälzern. Dazu trug sicherlich auch der Umzug der Landesregierung aus ihren Ausweichquartieren in Koblenz nach Mainz bei. Ein Bindestrich-Land der Gegensätze, in dem Rheinländer und Pfälzer sich lange argwöhnisch gegenüberstanden, konnte so schritt für schritt zusammenwachsen.

 

Kultur

Auf der einen Seite findet man in Rheinland-Pfalz aufgrund der 2000-jährigen Geschichte zahlreiche kulturelle Schätze. So befinden sich hier Hinterlassenschaften der Römer, der Preußen, der Kurfürsten und der deutschen Könige. Insgesamt zählt Rheinland-Pfalz über 500 Burgen und Schlösser. Im Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal befindet sich der weltberühmte Loreley-Felsen. Auf der anderen Seite gibt es hier zahllose Kulturinitiativen der freien Szene, der städtischen und der freien Theater, der bildenden Kunst, der Literatur, der rund 400 Museen und der Musik.

Über 50 Festivals locken mit einem bunten Programm in alle Teile des Landes, sie nutzen die schönsten Landschaften und historischen Orte als Spielstätten und verleihen damit den Veranstaltungen ihren unverwechselbaren Reiz. So gibt es beispielsweise seit 2013 jedes Jahr vom 1. März bis zum 3. Oktober den Kultursommer mit über 1.600 Veranstaltungen im ganzen Land.

Inmitten des Oberen Mittelrheintals befindet sich der Schieferfelsen der Loreley, eine mystische Gestalt, die mit ihrem Gesang Schiffe anlockt, die daraufhin zerschellen. Zur Tradition des Bundeslandes Rheinland-Pfalz gehört auch das Heldenepos Nibelungenlied, das viele Szenen in Worms spielen lässt. Jedes Jahr finden anlässlich dieses großen literarischen Werkes die Nibelungenfestspiele statt.

Nicht ganz so alt ist die Tradition des Karnevals, der im Rheinland gefeiert wird. In der Mainzer Fastnacht findet einer der größten Rosenmontagsumzüge Deutschlands statt. Die passende Ergänzung zum Feiern ist ein Moselwein aus Rheinland-Pfalz, aus der Region rund um die Mosel – eines der anerkanntesten Weinanbaugebiete der Welt.

 

Quellen:

www.rlp.de

www.regionalgeschichte.net

Broschüre "Rheinland-Pfalz lädt ein"

 

zusammengestellt von Annika Kristeit