24.10.2018 | Pressespiegel Ruanda

„Voneinander lernen“

Motto der Ruanda-Delegation gilt auch für den Frauennotruf Mainz Fachstelle zum Thema Sexualisierte Gewalt begleitete Malu Dreyer

Eine Vertreterin des Frauennotrufs begleitete in der Delegation von Ministerpräsidentin Malu Dreyer vom 29. September bis zum 4. Oktober Ruanda. Das Motto der Delegationsreise: „Voneinander lernen“, das Motto des Frauennotrufs seit 2001: „Frauensolidarität mit Ruanda - Weiter auf gemeinsamen Wegen“.

Die rheinlandpfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat bei ihrer Reise auch eine Partnerorganisation des Frauennotrufs Mainz besucht. In der Family Circle Love Lab Organisation (FCLLO) berät und unterstützt die Leiterin Dative Nakabonye 120 Frauen, die sexualisierte  Gewalt erlebt haben.  Auf dem kleinen Grundstück außerhalb von Huye erhalten die Frauen therapeutische Einzelbehandlung und schließen sich in Selbsthilfegruppen zusammen.

Die Ministerpräsidentin, Finanzministerin Doris Ahnen und Regierungssprecherin Andrea Bähner sprachen mit Yamara Wessling vom Frauennotruf sowie Dative Nakanbonye und ihren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen über die Arbeit von FCCLO. In einer vertraulichen Gesprächsrunde berichteten zwei vergewaltigte Frauen, von ihrer Geschichte und wie sie bei FCCLO Hilfe und Zuspruch gefunden haben. Malu Dreyer zeigte sich sehr berührt von den Erzählungen und war beeindruckt von der Arbeit, die FCCLO leistet. Dative Nakabonye erklärte: „Im Mittelpunkt stehen bei uns die Frauen und dass sie lernen, sich wieder selbst zu lieben.“ Diese Selbstliebe wirke sich dann positiv auf die ganze Familie und die Gemeinschaft aus und sei schließlich der Grundstein für eine harmonische und friedliche Gesellschaft, was in der Situation nach dem Genozid von 1994 von besonderer Bedeutung ist.

Sowohl Yamara Wessling vom Frauennotruf als auch die Ministerpräsidentin betonten die Gemeinsamkeiten der Situation von Frauen in Deutschland und Ruanda. „Im Kampf gegen sexualisierte Gewalt und für die Stärkung von Frauen können wir viel voneinander lernen,“ so Yamara Wessling. „Die Graswurzelpartnerschaft zwischen Rheinland Pfalz und Ruanda ist eine gute Möglichkeit für uns als Fachstelle, auf Augenhöhe mit ruandischen Kolleginnen zu kooperieren.“

Im Dezember 2018 wird der Frauennotruf mit rheinland-pfälzischen Fachfrauen nach Ruanda reisen und dort erneut die Kolleginnen von FCLLO treffen. Aktuell hat die Fachstelle zum Thema Sexualisierte Gewalt dazu die Spendenaktion „Share & Care – Teilen und Füreinander sorgen“ gestartet: https://www.frauennotruf-mainz.de/pressemitteilung-kampagne-ruanda/share-care-teilen-und-fuereinander-sorgen-spendenaktion-mit-und

Verantwortlich: Anette Diehl und Yamara Wessling