IBUKA

90 Fahrräder für die Freiwilligen von IBUKA

IBUKA ist eine NGO und wurde 1995 gegründet, um Genozid-Überlebenden in Ruanda landesweit zu vertreten. Übersetzt steht Ibuka für "erinnern". Heute agiert IBUKA als Dachverband für 15 örtliche Gemeinden. IBUKA ist für drei unterschiedliche Themenbereiche zuständig. Dazu gehören Genozid-Prävention, Gedenkkultur sowie Trauma- und Konfliktbearbeitung im ruandischen und internationalen Kontext. Dabei unterstützen Freiwillige und Psychologen Genozid-Überlebende durch klinische und psychologische Beratung. Außerdem stehen Überlebenden kostenfreie Rechtsberatung zur Verfügung. Es wurde zudem eine Gedenkstätte in Nyanza (Kigali) eingerichtet, die Berichte von Überlebenden beinhaltet.

Projekt zur Bearbeitung gesellschaftlicher Konflikte in den Distrikten Huye, Gisagara und Nyagururu

Ausgangssituation:

2014 jährte sich der Genozid von 1994 zum 20ten Mal. Noch heute ist die Gesellschaft von Ruanda von dessen Folgen geprägt. Täter und Opfer wohnen wieder in engster Nachbarschaft zusammen, wodurch es zum Aufreißen alter Wunden der Vergangenheit führt, die oftmals mit gewaltsamen Erinnerungen verbunden sind. Die hohe Traumatisierungsrate der Bevölkerung und die mangelnden Verarbeitungsmöglichkeiten, vor allem auf Seiten der Täter, tragen zu Gewaltausbrüchen bei. Es zeichnet sich eine Zunahme von geschlechterbasierter Gewalt ab, aber auch ungeklärte Landfragen sind Gegenstand von gesellschaftlichen Konflikten. Verschärfend wirkt sich aus, dass den betroffenen Parteien das Wissen oder der Zugang zu schlichtenden Instanzen fehlt.

Das Projekt

Ende 2012 wurde in Kooperation mit dem zivilen Friedensdienst das Projekt zur "Bearbeitung gesellschaftlicher Konflikte in der Südprovinz" ins Leben gerufen.
In diesem Rahmen wurden 90 APS (Animateur Psychosocia) in den Themen Trauma- und Konfliktbearbeitung ausgebildet, die seitdem auf freiwilliger Basis die Gemeinschaft auf den Hügeln bei der friedlichen Bearbeitung von intrapersonellen (z.B. Trauma), wie auch interpersonellen (z.B. zwischen mehreren Parteien) Konflikten unterstützten. 
Dank dieses Projektes konnten über 2000 Fälle, die im Zusammenhang mit Trauma oder Konflikten standen, behandelt werden. Dabei sind 39% der Fälle auf geschlechterbasierte Gewalt zurückzuführen, 19% behandeln Landkonflikte, 14% ökonomische Probleme und 23% konkrete Traumafälle. Häufig lassen sich die Ursachen der Konflikte und Traumata auf den Genozid von ´94 zurückführen. Neben dem Behandeln von privaten Fällen haben die APS Gruppen gegründet, in denen sich Täter und Opfer begegnen und einander verzeihen können. Dies steigert das friedliche Zusammenleben in der Gemeinschaft. Vor allem während der schwierigen Genozidgedenkzeit sind die APS eine immense Stütze für die Bevölkerung auf den Hügeln. Sie begleiten traumatisierte Menschen durch die Gedenkzeit, führen therapeutische Gespräche und wenden praktische Entspannungsübungen an.

Fahrräder für 90 Freiwillige

Um nachhaltig weiterarbeiten zu können muss vor allem der Transport zu den Klienten der APS gewährleistet werden, da diese in den meisten Fällen mittellose Frauen, Bäuerinnen und Bauern sind. Häufig nehmen die freiwilligen Helfer, die oft selbst nur gering oder garnicht bezahlte Tätigkeiten ausüben, sehr weite Wege zu Fuß auf sich, um den Menschen auf den Hügeln zu helfen. Auch nach 20 Jahre nach dem Völkermord sind immernoch mit Zusammenbrüchen, Konflikten und Rückfällen zu rechnen, wobei die APS einen stützenden Pfeiler bilden. Damit sie Ihren wichtigen Beitrag für Frieden und Versöhnung auf der Ebene der Gemeinden auch in Zukunft weiterhin erfolgreich leisten können, unterstützt die Partnerschaft Rheinland-Pfalz / Ruanda das Projekt mit einem Fahrrad für jeden Freiwilligen. Dies war ein Wunsch, der aus den Reihen der APS an die Projektkoordination herangetragen wurde. 

IBUKA
Nichtregierungsorganisation in Ruanda


www.ibuka.rw
Tel.: +00250 / 788 456 738
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Michael Nieden
Leiter der Geschäftsstelle Mainz


Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz / Ruanda
Schillerstraße 9
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 16 3356
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